Website selbst erstellen: Wann ein Baukasten reicht – und wann nicht

Website-Baukästen haben keinen besonders guten Ruf. Für größere Websites ist die Skepsis auch berechtigt: Wer spezielle Funktionen braucht, viele Inhalte verwaltet oder beim Design genaue Vorgaben erfüllen muss, kommt mit einem Baukasten schnell an Grenzen.

Nur trifft das auf viele Websites gar nicht zu. Eine Vereinsseite braucht vielleicht Termine, Kontaktdaten und eine Bildergalerie. Ein kleiner Betrieb möchte seine Leistungen vorstellen und bei Google gefunden werden. Dafür ein CMS aufzusetzen und dauerhaft zu pflegen, kann mehr Aufwand verursachen, als die Website selbst rechtfertigt.

Für solche Projekte kann ein Website-Baukasten die einfachere Lösung sein. Er bietet weniger Möglichkeiten als WordPress oder eine individuell entwickelte Website, nimmt einem dafür aber einen großen Teil der technischen Arbeit ab.

Was ist ein Website-Baukasten?

Ein Website-Baukasten ist ein Editor, mit dem sich eine Website ohne Programmierkenntnisse erstellen lässt. Seiten werden aus Elementen wie Texten, Bildern, Formularen oder Karten zusammengesetzt und anschließend direkt veröffentlicht.

Was im Editor zu sehen ist, entspricht im Wesentlichen dem späteren Ergebnis im Browser. Updates, Erweiterungen und andere technische Aufgaben spielen für den Betreiber eine deutlich kleinere Rolle als bei einem klassischen Content-Management-System.

Die drei gängigen Wege unterscheiden sich vor allem beim Aufwand und bei der Flexibilität:

Content-Management-System (etwa WordPress). Inhalte und Darstellung sind voneinander getrennt. Über Themes und Erweiterungen lässt sich das System weit ausbauen. Das bringt viel Freiheit mit sich, aber auch Arbeit: Erweiterungen müssen aktuell gehalten und Sicherheitslücken geschlossen werden.

Individuell entwickelte Website. Hier gibt es die größte Freiheit bei Gestaltung und Funktionen. Dafür entstehen Entwicklungskosten, und für spätere Änderungen braucht es jemanden, der die technische Seite betreuen kann.

Website-Baukasten. Der Funktionsumfang ist vorgegeben und damit begrenzt. Dafür entfällt die technische Pflege weitgehend, und eine überschaubare Website kann innerhalb weniger Stunden entstehen.

Ein Baukasten eignet sich damit vor allem für Websites mit überschaubaren Anforderungen und ohne individuelle Funktionslogik. Für eine Website mit fünf Seiten, einigen Bildern und einem Kontaktformular ist ein eigenes WordPress-System häufig mehr Technik, als für das eigentliche Projekt notwendig wäre.

Für wen eignet sich ein Website-Baukasten?

Ein Website-Baukasten eignet sich besonders für kleine bis mittlere Websites, die mit den vorhandenen Funktionen auskommen.

Typische Einsatzbereiche sind:
  • Unternehmenswebsites und digitale Visitenkarten. Einige Seiten zu Unternehmen, Leistungen, Standort und Kontakt lassen sich ohne eigenes CMS umsetzen.
  • Vereine und Initiativen. Termine, Ansprechpersonen, Bildergalerie und Anfahrt sind typische Anforderungen. Wenn die Website von wechselnden Ehrenamtlichen betreut wird, hilft außerdem ein System, in das sich die nächste Person schnell einarbeiten kann.
  • Praxen, Kanzleien, Handwerksbetriebe und Gastronomie. Leistungen, Öffnungszeiten, Kontaktmöglichkeiten und Karten lassen sich mit den vorhandenen Elementen abbilden.
  • Kleinere Onlineshops. Der Website Builder bringt ein Shop-Modul mit, inklusive Produktvarianten, Lagerbeständen und gängigen Zahlungsanbietern.
  • Projekt- und Veranstaltungswebsites. Wenn kurzfristig eine Adresse im Netz gebraucht wird, lässt sich eine einfache Website ohne längere technische Einrichtung veröffentlichen.

Wann reicht ein Website-Baukasten nicht aus?

Ein Baukasten stößt an seine Grenzen, wenn individuelle Funktionen, komplexe Schnittstellen, umfangreiche redaktionelle Abläufe oder sehr genaue Designvorgaben benötigt werden. Dann ist ein CMS oder eine individuell entwickelte Website meist die passendere Grundlage.

Das betrifft zum Beispiel:

  • Große oder komplexe Onlineshops. Preisstaffeln, Kundengruppen, mehrere Lager oder die Anbindung an eine Warenwirtschaft sprechen für ein spezialisiertes Shopsystem.
  • Websites mit eigener Funktionslogik. Dazu gehören beispielsweise Buchungssysteme, Mitgliederbereiche oder individuelle CRM-Anbindungen.
  • Redaktionelle Websites mit mehreren Personen. Für gelegentliche Beiträge reicht der vorhandene Blog-Baustein. Wer regelmäßig veröffentlicht, Inhalte kategorisiert und mit unterschiedlichen Benutzerrollen arbeitet, profitiert von den Funktionen eines CMS.
  • Projekte mit hohen individuellen Designanforderungen. Vorlagen lassen sich anpassen, aber nicht beliebig verändern. Ein bestehendes Corporate Design lässt sich deshalb nicht in jedem Fall exakt umsetzen.

Wie viele Seiten sind mit einem Website-Baukasten sinnvoll?

Eine feste Obergrenze gibt es nicht. Aus unserer Sicht lohnt es sich aber ab etwa zehn bis fünfzehn Unterseiten zu prüfen, ob ein CMS die Inhalte langfristig übersichtlicher verwalten kann.

Entscheidend ist nicht allein die Seitenzahl. Wenn Inhalte häufig geändert werden, mehrere Personen daran arbeiten oder weitere Funktionen geplant sind, kann ein CMS auch schon bei einer kleineren Website sinnvoll sein.

Wie richte ich den Artfiles Website Builder ein?

Den Website Builder finden Sie im DCP unter Webspace → Website Builder. Über + Neu anlegen wählen Sie die Subdomain aus, auf der die Website erscheinen soll. Existiert sie noch nicht, wird sie bei der Einrichtung automatisch angelegt.

Die Adresse sollte möglichst schon zu Beginn feststehen. Ein späterer Wechsel der Subdomain ist möglich, erfordert aber ein lokales Backup der Website, das anschließend auf der neuen Subdomain wieder eingespielt wird.

Bearbeitungsansicht des Website Builders mit Werkzeugleiste am oberen Rand, bearbeiteter Beispielseite und Seitenstruktur am rechten Rand

Nach der Einrichtung gelangen Sie über das Bearbeiten-Symbol direkt in den Editor. Eine zusätzliche Software oder Anmeldung bei einem anderen Anbieter ist nicht erforderlich.

Der Editor startet zunächst auf Englisch und lässt sich über die Sprachauswahl auf Deutsch umstellen.

Angezeigte Schaltflächen für KI-Funktionen gehören zur zugrunde liegenden Software, sind bei Artfiles jedoch nicht freigeschaltet.

Vorlagenübersicht im Website Builder

Vorlagen und Editor

Für den Einstieg stehen mehr als 220 Vorlagen für unterschiedliche Branchen zur Verfügung – von Gastronomie und Gesundheit über Bildung und Dienstleistungen bis zu Reise und Handel. Alternativ lässt sich mit einer leeren Seite beginnen.

Die Vorlagen enthalten Beispielbilder und Platzhaltertexte und sind für unterschiedliche Bildschirmgrößen ausgelegt.

Ein späterer Wechsel der Vorlage ist möglich. Bereits vorgenommene Gestaltungsanpassungen gehen dabei jedoch verloren. Es lohnt sich deshalb, vor dem eigentlichen Aufbau mehrere Vorlagen auszuprobieren.

Wer bereits eine Website besitzt, kann außerdem den Website-Import verwenden und die bestehende Seite als Ausgangspunkt übernehmen.

Im Editor werden Texte, Bilder, Galerien, Formulare, Schaltflächen, Videos und Karten direkt auf der Seite platziert. Die Elemente liegen innerhalb von Layout-Blöcken, die ihre Position und Ausrichtung bestimmen.

Eine Seitenstruktur am rechten Rand zeigt die Verschachtelung der Elemente an. Neue Seiten lassen sich anlegen, umbenennen und verschieben; die Navigation folgt dieser Seitenstruktur.

Kontaktformulare, Karten, Galerien, Videos und Verweise auf soziale Netzwerke haben eigene Schaltflächen in der Werkzeugleiste. Besonders wichtig: Ein eingerichtetes Kontaktformular sollte einmal tatsächlich abgeschickt werden. So fällt beispielsweise auf, wenn die Empfängeradresse noch fehlt.

Die Vorlagen passen sich automatisch an unterschiedliche Bildschirmgrößen an. Trotzdem sollte die Website vor der Veröffentlichung in der Desktop-, Tablet- und Smartphone-Ansicht geprüft werden.

Besonders bei langen Überschriften, großen Bildern und breiten Tabellen lohnt sich diese Kontrolle.

Ist alles geprüft, wird die Website über Publish veröffentlicht. Bis dahin ist sie nicht öffentlich sichtbar. Eine Vorschau und die Möglichkeit, Änderungen zurückzunehmen, stehen direkt im Editor zur Verfügung.

Die ausführliche Anleitung mit allen Zwischenschritten finden Sie in unserem Support-Wiki.

Was kostet der Artfiles Website Builder?

Der Website Builder ist in allen Artfiles-Webhosting-Paketen enthalten. Die erste Installation ist kostenfrei, jede weitere kostet 2 Euro pro Monat. Im Tarif Private Web tiny ist maximal eine Installation möglich.

Für Private Web tiny gelten außerdem folgende Einschränkungen:

EinschränkungPrivate Web tiny
Speicherplatz der Website10 MB
Maximale Bildgröße1 MB
Maximale Dateigröße5 MB
Menüpunktemaximal 3
Interaktive Elementenicht verfügbar –
 ausgenommen Karten- und
 Video-Einbettungen
Installationenmaximal 1

In allen anderen Tarifen steht der volle Funktionsumfang zur Verfügung: Speicherplatz entsprechend dem gebuchten Paket, unbegrenzte Seitenanzahl und unbegrenzte Vorlagenauswahl.

Mit drei Menüpunkten und ohne Kontaktformular lässt sich beispielsweise eine kleine Präsenz umsetzen. Für eine Vereins- oder Unternehmenswebsite mit mehreren Bereichen und Kontaktformular kann das bereits zu knapp sein.

Wer eine umfangreichere Website plant, sollte deshalb mindestens Private Web medium wählen. Tiny eignet sich eher zum Ausprobieren oder für eine sehr kleine Website mit den wichtigsten Informationen.

Domain und HTTPS

Der Website Builder wird zunächst auf einer Subdomain installiert. Soll die Website unter der eigentlichen Domain erreichbar sein, muss diese entsprechend auf die Website zeigen. Für eine öffentlich genutzte Website sollte außerdem ein gültiges SSL-Zertifikat eingerichtet sein.

Der Website Builder wird zunächst auf einer Subdomain installiert. Soll die Website unter der eigentlichen Domain erreichbar sein, muss diese entsprechend auf die Website zeigen.

Die Grundlagen zum Zusammenspiel von Domain, DNS und Website erklären wir in unserem Beitrag zum Domain-Management für Einsteiger.

Ein kostenfreies Zertifikat lässt sich im DCP unter Domains → SSL einrichten.

Wie wird die neue Website bei Google gefunden?

Eine neue Website erscheint normalerweise nicht unmittelbar nach der Veröffentlichung in den Suchergebnissen. Gerade bei einer neuen Domain kann es einige Zeit dauern, bis Suchmaschinen die Seiten erfasst haben.

Einige Grundlagen sollten deshalb von Anfang an stimmen.

Jede Seite braucht einen eigenen, aussagekräftigen Seitentitel. „Startseite“ beschreibt den Inhalt kaum. „Zahnarztpraxis Dr. Meier – Hamburg-Eimsbüttel“ macht dagegen deutlich, um welches Angebot und welchen Ort es geht.

Auch die Texte sollten Begriffe enthalten, die potenzielle Besucher tatsächlich verwenden. Ort, Leistungen und relevante Fachbegriffe gehören dort hinein, wo sie inhaltlich passen. Zusätzliche Formulierungen nur für Suchmaschinen sind dagegen nicht nötig.

Bis eine neue Domain in den Suchergebnissen erscheint, können Wochen vergehen. Das ist zunächst kein Hinweis auf ein technisches Problem mit der Website.

Kann ich später vom Website Builder zu WordPress wechseln?

Ja. Texte und Originalbilder können bei einem späteren Wechsel weiterverwendet werden. Die Website selbst lässt sich jedoch nicht vollständig per Knopfdruck vom Baukasten zu WordPress übertragen.

Beide Systeme arbeiten technisch unterschiedlich. Layout und Seitenstruktur müssen deshalb in der Regel neu aufgebaut werden. Bei einer kleinen Website hält sich dieser Aufwand meist in Grenzen.

Es empfiehlt sich deshalb, Texte und Originalbilder zusätzlich außerhalb des Website Builders zu sichern. Das erleichtert einen späteren Umzug.

Weitere Informationen zum Betrieb von WordPress finden Sie in unserem Beitrag zum WordPress-Hosting.

Was sollte ich vor der Veröffentlichung prüfen?

Vor dem Start lohnt sich eine kurze Kontrolle:

  1. Seiten und Navigation: Sind alle benötigten Seiten vorhanden und sinnvoll im Menü angeordnet?
  2. Mobile Darstellung: Funktionieren Texte, Bilder und andere Elemente auch auf Smartphones und Tablets?
  3. Formulare: Wurde das Kontaktformular tatsächlich abgeschickt und kommt die Nachricht an?
  4. Domain und HTTPS: Ist die richtige Domain eingerichtet und besitzt die Website ein gültiges SSL-Zertifikat?
  5. Seitentitel: Hat jede wichtige Seite einen aussagekräftigen Titel?
  6. Inhalte sichern: Sind Texte und Originalbilder zusätzlich außerhalb des Editors gespeichert?

Danach kann die Website veröffentlicht werden.

Hosting bei Artfiles

Der Website Builder wird direkt über das DCP verwaltet. Eine zusätzliche Anmeldung bei einem weiteren Anbieter ist nicht erforderlich.

Technisch basiert der Website Builder auf Site.pro. Die damit erstellte Website wird jedoch vollständig bei Artfiles und nicht in der Cloud von Site.pro gehostet. Die Daten liegen damit wie bei unseren anderen Webhosting-Angeboten im Artfiles-Rechenzentrum in Hamburg.

Die vollständige Dokumentation mit Anleitungen und Tutorials finden Sie in unserem Support-Wiki.

Wenn Sie unsicher sind, ob der Website Builder für Ihr Vorhaben ausreicht, sprechen Sie uns an. Wir sagen Ihnen auch, wenn für Ihr Projekt ein anderes System besser geeignet ist.

Fazit: Wann lohnt sich ein Website-Baukasten?

Für eine überschaubare Website ohne individuelle Funktionen kann ein Baukasten viel technische Arbeit sparen. Werden später komplexe Schnittstellen, umfangreiche redaktionelle Funktionen oder besondere Designanforderungen wichtig, kann ein Wechsel auf ein CMS sinnvoll werden.

Entscheidend ist deshalb nicht nur, was die Website heute können soll, sondern welche Anforderungen voraussichtlich dazukommen.